14. Oktober 2005 von admin in Games, Internet, Kurioses, Sonstiges, Versicherung und Finanzen
Gelesen: 835 · heute: 2 · zuletzt: Dienstag, 07. Februar 2012 - 00:30

Statt Taschengeld? Kreditkarten für Kinder

In den USA sind sie mit 15.000 Anmeldungen im Monat der Renner der
Saison - jetzt gibt es sie auch in Deutschland: Kreditkarten für Kinder
und Jugendliche. Der Software-Riese Microsoft bietet seit August
gemeinsam mit Visa und der Landesbank Berlin (LBB) die "Xbox Visa Card
prepaid" an. Und stößt auf heftige Kritik.

Die
Karte ist für Jugendliche zwischen 14 und 23 kostenlos. Sie kann mit
maximal 500 Euro aufgeladen werden, Guthaben werden mit zwei Prozent
verzinst. Zahlen kann man mit der Karte in allen Visa-Läden weltweit
und im Internet. Inhabern bietet sie einen Reisebuchungsservice sowie
Rabatte auf Xbox-Spiele und -Zubehör.

Online-Spieler im Visier

Mit
der Karten befreit sich Microsoft aus einem veritablen Dilemma. Die
Hauptzielgruppe der Online-Spieleplattform "Xbox Live" nämlich konnte
den kostenpflichtigen Service bislang nicht nutzen. "Aus rechtlichen
Gründen ist die Eintragung einer Kreditkartennummer bei der Anmeldung
zu Xbox Live verpflichtend", sagt Stephan Brechtmann von Microsoft
Deutschland. Dies habe in der Vergangenheit dazu geführt, dass viele
Jugendliche keine Chance gehabt hätten, Teil der Live-Community zu
werden. Klingt nach einer cleveren Marketing-Idee. Und: Ruft
Verbraucherschützer auf den Plan. Die fühlen sich ans Handy erinnert
und befürchten, die Karte könnte zur neuen Schuldenfalle für Kinder und
Jugendliche werden.

Verbraucherschützer warnen

"Ausgeschlossen",
heißt es in einer Presserklärung die LBB. Da die Karte nur in Höhe des
eingezahlten Guthabens funktioniere, sei eine Verschuldung von
Jugendlichen nicht möglich. Die Eltern Minderjähriger behielten also
volle "Budgetkontrolle". Verbraucherschützer dagegen bezweifeln, dass
Minderjährige mit der Karte tatsächlich nur soviel Geld abheben können,
wie sie besitzen. Im Einzelhandel gebe es genug Geräte, die nicht
anzeigen, wenn eine Karte nicht gedeckt sei.

Eltern haften für ihre Kinder

Ob
die "Xbox Visa Card prepaid" also zur Schuldenfalle wird oder ob sie
das "mächtige Erziehungsmittel zur finanziellen Eigenverantwortung"
ist, wie Visa den amerikanischen Vorgänger "Visa-Buxx" anpreist, bleibt
vorerst abzuwarten. Vorteile (kostenlose Ausgabe, zwei Prozent Zinsen)
und Nachteile (keine Nutzung an so genannten Ritschratsch-Geräten)
wiegen sich wohl auf – vorausgesetzt, die jungen Karteninhaber handeln
im Sinne ihrer Eltern. Entstehen nämlich Zusatzkosten durch
Überziehung, haften die für ihre Kinder.

1 Antwort zu Statt Taschengeld? Kreditkarten für Kinder
EU-Capital (Website) am 20. Juni 2007 um 18:52
Die Landesbank Berlin LBB VISA Card prepaid hingegen macht es einfach: Guthaben auf die Karte laden und bei Bedarf kostenlos an Bargeld kommen - weltweit - http://www.landesbank-visa.de

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