22. Mai 2006 von admin in News
Gelesen: 2409 · heute: 3 · zuletzt: Donnerstag, 09. September 2010 - 23:27

Wenn Wasser krank macht: lebensbedrohliche Keime in Spendern und Sprudlern


Vor allem an heißen Sommertagen sind sie ein willkommener Anblick: in immer mehr Banken, Büros und Arztpraxen können sich Kunden und Patienten an öffentlichen Wasserspendern bedienen. Auch die Wassersprudler für den Hausgebrauch erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Inzwischen besitzt fast jeder vierte ein solches Gerät. Gleichzeitig wird immer wieder davor gewarnt, dass diese Wasserbehälter gefährliche Bakterien enthalten. testberichte.de sagt Ihnen, was es damit auf sich hat und worauf Sie achten müssen.

Schimmelpilze und Darmkeime nachgewiesen

Bereits im vergangenen Jahr warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor der mikrobiellen Gefahr, die von öffentlich zugänglichen Wasserspendern ausgehe. In einer Studie des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg wurden jetzt Wassersprudler wie Soda-Club, Wasser-Maxx und Soda-Maxx unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: In den 60 untersuchten Geräten fanden die Forscher eine Vielzahl von Mikroorganismen, darunter Schimmelpilze und Darmkeime. Die Grenzwerte der Trinkwasser- bzw. Mineral- und Tafelwasserverordnung wurden zum Teil bis zu 34.000-fach überschritten. Die Keime können zu Durchfall, Erbrechen und Allergien führen. Bei extrem abwehrgeschwächten Personen, wie Säuglingen, alten und kranken Menschen, können die Infektionen lebensbedrohlich werden.

Die Ursache: mangelnde Hygiene

Laut Angaben der Freiburger Forscher ist die Ursache für die Verunreinigung des Wassers bzw. der Geräte die mangelnde Hygiene. Daran sind zum Teil die Anwender selbst schuld, da sie die Reinigungshinweise der Hersteller oft nicht genügend beachten. Zum anderen läge es aber auch an den Geräten selbst, da man diese laut Herstellerangaben häufig nur mir lauwarmen Wasser reinigen können. Manche Geräteteile ließen sich sogar garnicht säubern. An der Innenseite der Wasserflaschen und Verschlusskappen bilde sich daher ein Biofilm, auf dem sich Keime ungehindert vermehren können.

Die Hersteller wehren sich

Der Branchenverband der Hersteller, der German Bottled Watercooler Association e.V., weist die Vorwürfe zurück. In keinem einzigen Fall sei es bisher nachweislich zu negativen gesundheitlichen Folgen gekommen, die Ergebnisse der Freiburger Wissenschaftler bezögen sich auf veraltetes und offensichtlich falsches Studienmaterial. Außerdem unterlägen Wasserspender in Deutschland den höchsten Hygiene- und Qualitätsstandards weltweit.

Worauf Verbraucher achten sollten

Das BfR hat unterdessen die Vertreiber von Wasserspendern aufgefordert, die Wasserbehälter spätestens alle zwei Wochen auszutauschen. Außerdem sollten Verbraucher vor dem Griff zum erfrischenden Nass darauf achten, dass die Geräte an einem kühlen und sauberen Ort aufgestellt sind. Der Wassersprudler im eigenen Haushalt sollte regelmäßig und gründlich gereinigt werden.

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